deen

Kräuterwanderung Heidelberg: Termine, Regeln

Kräuterwanderungen in Heidelberg: Touren am Heiligenberg, Kohlhof und Neckar für meist 8 bis 12 Euro, Sammelregeln und Giftpflanzen, die Bärlauch ähneln.

von Heidelberg-Interaktiv ·

Geführte Kräuterwanderungen in Heidelberg finden Sie gebündelt im städtischen Umweltbildungsprogramm „Natürlich Heidelberg“: Von April bis Oktober führen Kräuterpädagoginnen, Biologen und Vereine über den Heiligenberg, die Wiesen am Kohlhof, den Wolfsbrunnen und das Neckarufer. Eine Führung kostete 2026 meist 8 bis 12 Euro, angemeldet wird online.

Angaben (Programm 2026)
VeranstalterStadt Heidelberg, Programm „Natürlich Heidelberg“, mit über 70 Kooperationspartnern
Anmeldungonline über natuerlich.heidelberg.de, Fragen an [email protected] oder 06221 58-28333
Saisonerste Termine Anfang April, Schwerpunkt April bis Juli, letzte Termine Mitte Oktober
Dauermeist 2 bis 3 Stunden
PreisFührungen meist 8 bis 12 Euro für Erwachsene, teils kostenlos, Kochworkshops 45 Euro
OrteHeiligenberg mit Thingstätte und Michaelskloster, Kohlhof, Wolfsbrunnen, Neckarwiese, Philosophenweg, Bahndamm zwischen Bahnstadt und Südstadt

Stand der Angaben: Oktober 2026. Die Termine für 2027 veröffentlicht „Natürlich Heidelberg“ im neuen Programmheft und im Online-Buchungsportal.

Wer bietet Kräuterwanderungen in Heidelberg an?

„Natürlich Heidelberg“ ist das Umweltbildungsprogramm der Stadt Heidelberg, angesiedelt im Amt für Umweltschutz, Gewerbeaufsicht und Energie (Lernort Natur, Geo- und Naturpark, Theaterstraße 9). Das Programm feiert 2026 sein 20-jähriges Bestehen, umfasst laut Oberbürgermeister Eckart Würzner über 180 Veranstaltungen und wurde 2019 als offizielles Projekt der „UN-Dekade für Biologische Vielfalt“ ausgezeichnet. Die Führungen selbst leiten freiberufliche Fachleute und Vereine. Im Programm 2026 standen unter anderem diese Kräuterangebote:

Heiligenberg: Kräuter an Thingstätte und Klosterruine

Die Kräuterpädagogin und Diplom-Geografin Annette Woithon führt mehrmals im Jahr über den Heiligenberg. Laut Programm wachsen Heil- und Wildkräuter auf den Stufen der Thingstätte und zwischen den Mauern der Klosterruine St. Michael. Teilnehmende lernen, Kräuter zu bestimmen und zu nutzen, sammeln für einen Wildkräutersalat und bekommen Sammeltüten, eine Pflanzenliste mit Rezeptideen und Infos zur Geschichte des Bergs. 2026 gab es Termine am 19. April („Vitalstoffe und Heilkräuter“), 17. Mai („Wildkräuter auf dem Heiligenberg“, mit Zutaten für die Maibowle), 21. Juni (Kräuterführung zur Sommersonnenwende) und 11. Oktober („Pflanzenkraft am herbstlichen Feldrand“). Kosten: 10 Euro, ermäßigt 6 Euro, Familien 20 Euro.

Kräuterwanderung mit Picknick

Susanne Karim Abadi, Diplom-Agraringenieurin sowie Entspannungs- und Kräuterpädagogin, bot 2026 fünf Kräuterwanderungen an (26. April, 17. Mai, 28. Juni, 12. Juli, 6. September, jeweils 10.30 bis 13.30 Uhr). Laut Programm lernen Sie essbare Wildkräuter kennen, erfahren, was beim Sammeln zu beachten ist und welche Pflanzenteile Sie verwenden können, und üben, die Pflanzen sicher von giftigen Doppelgängern zu unterscheiden. Zum Abschluss werden die Funde bei einem Picknick begutachtet und probiert. Kosten: 10 Euro für Erwachsene plus Materialbeitrag.

Kohlhof: Wildkräuter, Wildgemüse und Wiesenblumen

Auf den Wiesen und Weiden am Heidelberger Kohlhof zeigt Peter Reiter, Pilzsachverständiger der DGfM und Geopark-Begleiter, Wildkräuter am Standort, mit Schwerpunkt auf der Küche, Tipps zum vernünftigen Sammeln und Kostproben (2026 am 10. und 11. April, 8 Euro plus 4 Euro Material). Laut Programm finden sich dort auf engem Raum Magerwiesen, Streuobstwiesen mit Sauerampfer und Spitzwegerich, Feuchtwiesen mit Baldrian und nährstoffreiche Weiden mit Löwenzahn. Auf derselben Streuobstwiese bietet die Volkshochschule Heidelberg eine Familienführung „Wild- und Heilkräuter im Frühling“ an (2026: 12 Euro, Kinder 8,50 Euro, Kinder ab 6 Jahren).

Wolfsbrunnen: Kräuter für die Grüne Soße

Der Freundeskreis Wolfsbrunnen e. V. sammelt mit der Diplom-Biologin Marion Huthmann die Kräuter für die „Schlierbacher Grüne Soße“, die anschließend im Restaurant mit Pellkartoffeln serviert wird (2026 am 11. April, 10 bis 13 Uhr, kostenlos, Spende erbeten, für Familien mit Kindern ab 6 Jahren). Mehr zur historischen Anlage lesen Sie in unserem Beitrag über die Wolfsbrunnenanlage.

Neckarufer, Philosophenweg und Bahndamm

  • Wildpflanzen am Neckarufer für Küche und Apotheke: Dr. Bernhard und Dr. Pille Wetterauer (Pharmazeutische Biologie, Universität Heidelberg) zeigen an der Neckarwiese Pflanzen als Gemüse, Salat, Heilpflanze und erklären auch ihre Giftigkeit (2026 am 14. Juni, kostenlos).
  • Der Philosophenweg im Frühjahr: Die Biologin und Kräuterpädagogin Dr. Franziska Kubisch stellt die einst gepflanzten exotischen Bäume, Palmen und Sträucher am Philosophenweg vor (2026 am 17. Mai, 8 Euro).
  • Schotterschätze: abendlicher Wildkräuter-Spaziergang der Volkshochschule auf den Bahndämmen zwischen Bahnstadt und Südstadt/Kirchheim (2026 am 18. Juli, 11 Euro, Kinder 7,50 Euro).
  • Waldmeister und Wildkräuter: After-Work-Spaziergang mit der Biologin Friederike Niestroj (2026 am 29. April, 17.30 bis 19.30 Uhr, 10 Euro).

Kochen mit Wildkräutern

Die Grüne Schule des Botanischen Gartens der Universität Heidelberg bietet Kurzführungen „Wild- und Heilkräuter“ im Sommer und Herbst an (2026: 8 Euro) und Kochworkshops „After-Work-Cooking“, bei denen Wildkräutersalate, Sauerampfer- und Brennnesselsuppen, Pestos und Desserts aus Blüten entstehen (45 Euro inklusive Material). Der nächste Termin im Programm 2026 ist Donnerstag, 15. Oktober 2026, 17.30 bis 20.30 Uhr, mit heimischen Wildkräutern und Früchten.

Wann ist die beste Zeit für eine Kräuterwanderung?

Das Programm 2026 zeigt den Rhythmus: Die meisten Kräuterführungen liegen zwischen Anfang April und Juli, wenn laut Programm die ersten frischen Wildpflanzen sprießen. Im Spätsommer und Herbst gibt es weniger Termine, etwa die Herbstführung am Feldrand am 11. Oktober oder den Kochkurs mit Wildkräutern und Früchten am 15. Oktober. Von Mitte Oktober bis zum Frühjahr enthielt das Programm 2026 keine Kräuterwanderungen.

Verwechslungsgefahr: Bärlauch und seine giftigen Doppelgänger

Wer Wildkräuter sammelt, muss die giftigen Arten kennen, die ähnlich aussehen. Die Vergiftungs-Informations-Zentrale Freiburg, die Giftberatung des Universitätsklinikums Freiburg, nennt in ihrer Pflanzenliste ausdrücklich zwei Arten, die mit dem essbaren Bärlauch verwechselt werden können:

PflanzeGiftigkeit laut VIZ FreiburgMerkmale laut VIZ FreiburgBlütezeit
Maiglöckchenmittelstark giftig, alle Pflanzenteile10 bis 20 cm hoch, Blätter langgestielt, elliptisch bis lanzettlich zugespitzt, weiße, überhängende, glockenförmige Blüten, später rote BeerenMai bis Juni
Herbstzeitlosehoch giftig, alle Pflanzenteilebis 25 cm hoch, grundständige, länglich-lanzettliche Blätter, große braunschuppige Knolle, hellrosa BlütenAugust, September, selten Frühjahr

Mögliche Symptome nach Verzehr sind laut VIZ beim Maiglöckchen Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und selten Herzrhythmusstörungen, bei der Herbstzeitlosen anhaltendes Erbrechen, massive Durchfälle, Lähmungen und Herz-Kreislauf-Versagen. Ebenfalls in schattigen, feuchten Laubwäldern wächst der Gefleckte Aronstab (mittelstark giftig) mit spieß- bis pfeilförmigen, langgestielten, gefleckten Blättern.

Daraus folgt für Ihre eigene Sammelrunde: Pflücken Sie nur, was Sie sicher bestimmen können, Blatt für Blatt und nicht büschelweise. Eine geführte Wanderung, bei der das Unterscheiden von Doppelgängern ausdrücklich Thema ist, ist der beste Einstieg.

Im Notfall: Giftnotruf der VIZ Freiburg, Telefon 0761 19240. Bei schweren Symptomen den Notruf 112 wählen.

Was ist beim Sammeln erlaubt?

Die Handstraußregel nach § 39 BNatSchG

Das Bundesnaturschutzgesetz erlaubt in § 39 Absatz 3 jedem, wild lebende Blumen, Gräser, Farne, Moose, Flechten, Früchte, Pilze, Tee- und Heilkräuter sowie Zweige „in geringen Mengen für den persönlichen Bedarf pfleglich“ zu entnehmen, und zwar an Stellen, die keinem Betretungsverbot unterliegen. Das ist die sogenannte Handstraußregel. Wer gewerbsmäßig sammelt, etwa für einen Verkauf oder ein Restaurant, braucht nach Absatz 4 eine Genehmigung der Naturschutzbehörde. Arten aus Anhang V der FFH-Richtlinie dürfen nach Absatz 2 grundsätzlich nicht aus der Natur entnommen werden.

Nicht in Naturschutzgebieten

In allen fünf Heidelberger Naturschutzgebieten ist es laut den Verordnungen verboten, Pflanzen oder Pflanzenteile zu entnehmen. Das betrifft das Felsenmeer am Königstuhl, den Russenstein, den Michelsbrunnen, die Altneckar-Gebiete bei Wieblingen, den Steinbruch an der Neckarhalde und den Steinbruch Leimen. Wo diese Gebiete liegen, steht in unserer Übersicht der Naturschutzgebiete in Heidelberg.

Weitere Regeln

  • Nur auf Wegen bleiben, wo es vorgeschrieben ist, und keine Bestände zertrampeln.
  • Pflanzen nicht mit der Wurzel ausreißen, nur einzelne Blätter oder Triebe nehmen.
  • In Parks und Gärten gelten die jeweiligen Parkordnungen, private Grundstücke und Gärten sind tabu.
  • Lernen Sie die Arten bei einer Führung oder einem Kochkurs kennen, bevor Sie selbst losziehen.

Häufige Fragen

Wo gibt es eine Kräuterwanderung in Heidelberg?

Im Programm „Natürlich Heidelberg“ der Stadt, mit Führungen am Heiligenberg, am Kohlhof, am Wolfsbrunnen, an der Neckarwiese und am Philosophenweg. Anmeldung online über natuerlich.heidelberg.de.

Was kostet eine Wildkräuterwanderung?

2026 meist 8 bis 12 Euro für Erwachsene, einige Termine waren kostenlos. Kochworkshops mit Wildkräutern kosten 45 Euro inklusive Material.

Wann finden Kräuterwanderungen statt?

Im Programm 2026 von Anfang April bis Mitte Oktober, mit den meisten Terminen im Frühling und Frühsommer. Im Winter standen keine Kräuterführungen im Programm.

Wie viel darf ich selbst sammeln?

Nach § 39 Absatz 3 Bundesnaturschutzgesetz geringe Mengen für den persönlichen Bedarf, also etwa einen Handstrauß, und nur dort, wo kein Betretungsverbot gilt. In Naturschutzgebieten ist Sammeln ganz verboten.

Womit kann man Bärlauch verwechseln?

Laut Vergiftungs-Informations-Zentrale Freiburg mit dem Maiglöckchen (mittelstark giftig) und der Herbstzeitlosen (hoch giftig). Sammeln Sie nur, was Sie sicher erkennen.

Was tun bei Verdacht auf eine Pflanzenvergiftung?

Den Giftnotruf Freiburg unter 0761 19240 anrufen, bei schweren Symptomen den Notruf 112.

Quellen

Stand der Angaben: 12. Oktober 2026.